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Neben der One-Artist-Show von Nikola Irmer (figürliche Malerei)
und Künstlern der K4 galerie wird im Zentrum des Messestandes
in einem separaten Raum das Sonderprojekt "Durchs Loch gesehen
- Arbeiten aus der Camera obscura" präsentiert. Die individuellen
künstlerischen Konzepte und Techniken von 6 verschiedenen Lochkamera-Künstlern
werden in der Ausstellung dokumentiert .
Schwerpunkt der Ausstellung sind Arbeiten von Jens Titus Freitag,
der einen alten umfunktionierten Mercedes-Kastenwagen als Aufnahmegerät
für seine meist großformatigen Photographien benutzt.
Allesamt photographische Unikate, die er unmittelbar auf Photopapier
belichtet.
Jens
Titus Freitag ist ein Materialist. Seine Vorliebe für das Massive,
das Dauernde hat ihn nicht davon abgehalten, die Photographie als
sein Medium zu wählen. Aber er hat ihr ein anderes Gewicht,
eine Materialität gegeben. In seinen Blickpunkt nimmt er Zeug,
liegengebliebenes, aus dem Verkehr gezogenes Zeug, Spielzeug. Dreiräder,
Modellautos, Schraubstöcke, Fördertürme, Chemiekombinate
sind wie eine Biographie des Menschen, der sich von seinem überholten
Spielzeug trennt. Photographie als Beginn einer Philosophie des
Abfalls?
(Chris Weinheimer)
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Projekt Camera obscura
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Durchs
Loch gesehen - Arbeiten aus der Camera obscura
Die Gruppenausstellung zeigt 6 Künstler mit Arbeiten aus der
Camera obscura (Lochkamera). Neben den individuellen künstlerischen
Positionen wird auch auf die unterschiedlichen Techniken der einzelnen
Künstler eingegangen. Die Werke, Arbeitsweisen und Aufnahmegeräte
werden erläutert.

Jens Titus Freitag wird während der Kunstmesse den
Außenbereich des Messegeländes und die Umgebung mit seinem
Mercedes Aufnahmewagen fotografisch erkunden. Die entstandenen Aufnahmen
werden auf dem Messestand der K4 galerie projektbegleitend täglich
neu präsentiert.
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Projekt Nikola
IRMER, "Nicht die ganze Wahrheit"
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Die Gemälde von Nikola Irmer sind Schauplätze wandelbarer
Identitäten. Per Annonce gefundene Modelle lassen sich wie
zufällig im öffentlichen Raum beobachten oder zelebrieren
ihre Rollenspiele in der Geschlossenheit des Ateliers. Die Schichten
und Tonlagen der Malerei erzeugen zugleich Distanz und Nähe,
fordern Teilhabe und Respekt.
Die neueste Werkgruppe der Berliner Künstlerin zeigt Szenen
aus dem Mauerpark in Berlin. Außerdem sind Arbeiten
aus der Werkgruppe "Horst" zu sehen.
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Die
Erscheinung anderer und was sie von sich zeigen sind ebenso alte wie
unerschöpfliche Felder der Malerei. Nikola Irmer, die nach ihrem
Studium in San Francisco, Glasgow und New York heute in Berlin lebt,
geht diesem Thema auf ganz eigene Weise nach. Seit etwa zwei Jahren
arbeitet sie mit Modellen, die sich auf ihre Zeitungsannoncen melden.
Für einige Euro pro Stunde - so ist der Tausch - lassen sie sich
malen, zeichnen und fotografieren. Sie kommen ins Atelier oder man
trifft sich an Orten, die die Modelle vorschlagen.
In wie verschiedene Richtungen sich Motive entwickeln können,
die auf diese Weise entstehen, zeigen die Arbeiten aus zwei aktuellen
Werkgruppen der Künstlerin. Da ist zum einen ein Zyklus über
eine Gruppe von Teenagern, genauer Punks im Alter von etwa 15 Jahren.
Auf einigen großformatigen Leinwänden bevölkern
sie die eher spröde Landschaft des so genannten Mauerparks
in Berlin. Ungewollt fallen einem Ikonen der Kunstgeschichte wie
Manets Frühstück ein - aber diese Assoziationen treten
wieder in den Hintergrund. Sie verblassen angesichts der unwirklichen
Idylle der urbanen Szenerie, vor allem aber beanspruchen die Personen
einen ganz eigenen Handlungsspielraum. Neben den Codes und absichtlichen
Gesten der Selbstdarstellung findet die Malerei dabei auch jene
Momente, in denen die Protagonisten aus den Ritualen ihrer Selbstinszenierung
herausfallen.
Ganz
andere Grenzgänge zwischen verschiedenen Identitäten zelebriert
"Horst" in der diskreten Abgeschlossenheit des Ateliers.
Nach nur wenigen Treffen erzählte der Cross-Dresser von seinen
gelegentlichen Auftritten und schlug vor, demnächst mit Kostümen
zu posieren. Es entstanden zahlreiche Studien und großformatige
Bilder, in denen der schwere Körper in Lebensgröße
präsent wird. Was mit der Herstellung seiner Kostüme beginnt
gewinnt in den Bildern eine weitere Stufe der Ausführung. In
der Malerei erfährt das lustvolle Rollenspiel mitsamt seinem
befreienden Bekenntnis zur Unvollkommenheit eine letzte Steigerung.
Selbst in der bizarrsten Travestie gibt es keinen Moment, in dem
das Spiel der Verwandlungen nicht von der tragikomischen Würde
des Akteurs getragen wird.
Robert Felfe, Kunsthistoriker
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weitere Künstler auf der Messe
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