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Stoll & Wachall

Biografien    Werkbeschreibung    Abbildungen

 

Biografie - Stoll & Wachall


Foto: Peter Riede

Klaudia Stoll und Jacqueline Wachall leben und arbeiten in Berlin und Saarbrücken

Künstlerduo Stoll & Wachall seit 1997

1993-1999 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar
        bei den Professoren Ulrike Rosenbach, Christina Kubisch, Bodo Baumgarten und Horst Gerhard Haberl
1997 Gründung des Künstlerduos Stoll & Wachall
1998-2002 Performanceworkshops bei: Christof Nel, Ami Garmon, Thomas Hejlesen und David Zambrano
1999 Diplom und Meisterschülerinnen
2005 Lehrauftrag für Freihandzeichen an der HTW, Fachbereich Architektur
2001-2006 Lehrauftrag für Performance an der HBKsaar

Stipendien und Preise

1997 Arbeitsstipendium des 7. Kunstpreises Marl im Folkwangmuseum Essen
1999 Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken
2001 SR medienkunstpreis
2002 Saar Ferngas Junge Kunst 2002, Publikumspreis
Projektenförderungen vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Saarlandes und vom Verein der Förderer und Freunde der HBK Saar
2003 Arbeitsstipendium der Accademia Tedesca di Roma, für die Casa Baldi
2004 Förderpreis der Stadt Saarbrücken
        1. Preis des SaarLorLux Film- und Videofestival
2006 SAARSTIP ausgelobt von der ständigen Vertretung des Saarlandes; einjähriges Stipendium in Berlin

Einzelausstellungen

2001 “dream stereo”, Stadtgalerie Saarbrücken
2003 “Your paradise is not for me”, Kunsthaus Erfurt
2004 “private collection”, K4 galerie, Saarbrücken

Ausstellungen und Performances

1997
Recordis l, Multimediaperformance, Osnabrück Media art festival (Katalog) • Der Kopf ist auch ein Körperteil, Performance mit Ulrich Behr, Galerie o.T.
1998
Über die Trägheit, Performance mit U. Behr, Kunsthistorisches Institut der Universität des Saarlandes • Recordis II, Multimediaperformance, Furaha Festival Saarbrücken • Rosa Munde, Rauminstallation und Performance, Galerie o.T. (Katalog) • Zuckersüß und Rabenschwarz, Installation im öffentlichen Raum, Kulturpreis Neunkirchen
1999
enjoy it, Rauminstallation und Performance, Ausstellungsprojekt "70 Tage vor Ort", Stuttgart • Rouge Noir, Performance-Aktion für Männer und Frauen, Galerie o.T.
2000
Miss Beauty, Performance, Orgelfabrik Karlsruhe • basic secret, Performanceforum Deutschherrnkapelle, Saarbrücken • At the moment, Performance, Foundry, London • alien women make exit music for the last century, Performance, Pavilion Ottweiler • Family - The Clan", Multimedia-Performance, Expo Hannover 2000 • Rouge Noir, Performance-Aktion, Rahmenprogramm Biennale Havanna 2000, Kuba
2001
Experimente aus dem körpereigenen Speicher & basic secrets, Multimediaprojekt • Performancereihe „Passing through/xhoch2" , Stuttgart • Die Erotikausstellung", Galerie Rainer Wehr, Stuttgart • Fingerspitzengefühl Körper.Kunst. 7 Standpunkte", Galerie der Stadt Sindelfingen • Gegen den Strich", Junge Medienkunstausstellung, Frauen Museum Bonn • dream stereo, in der Reihe „Statement", Stadtgalerie Saarbrücken (Katalog)
2002
paarweise", Ausstellung mit 7 Künstlerpaaren, Nürnberg • Der isolierte Blick, Videoinstallation, Anatomisches Institut der Universität des Saarlandes, Homburg (Katalog) • human landscape, Mixedmedia-Ausstellung mit Julia Baur, Mia-Münster-Haus, Museum St. Wendel (Katalog) • "Saar Ferngas Junge Kunst 2002", Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen (K) • "wem ich begegnet bin", K4 galerie, Saarbrücken
2003
Kunstverein Junge Kunst, Trier • Saarland Museum, Saarbrücken (K) • Accademia Tedesca Villa Massimo, Rom • Kunsthaus Erfurt
2004
"Prix d'art Robert Schuman", Luxemburg • PRIVATE COLLECTION, K4 galerie, Saarbrücken . ZEITGLEICH - ZEITZEICHEN, Alte Baumwollspinnerei, St. Ingbert “Superformances”, Musée d’art moderne et contemporain, Strasbourg
2005 "Rouge Noir”, Alte Feuerwache, Saarländisches Staatstheater
2006 "voiler dévoiler", Centre d’art contemporain Annemasse, France • "Elsewhere - Anderswo", Oakland Art Galerie, USA • “Rouge Noir”, Oakland Art Galerie, USA

Messeteilnahmen

2003 Art Frankfurt, art.fair Köln2004 Art Frankfurt (Projektstand)2005 Art Frankfurt

Tanzprojekte

2005 “Eros - life instinct”, Kollaboration mit der Choreografin Marguerite Donlon, Donlon Dance Company, Saarländisches Staatstheater
2006 Videoinstallationen, 1. International Festival N.O.W.dance Saar
2007 “(a) ROOM”, Kollaboration mit dem Choreografen Ignacio Martinez, Dance Palace project, Tanzfestival Luxembourg

Video Festivals

Bonner Videonale 96
19. Tokio Videofestival 97
Saar Lor Lux Videofestival 97/ 98/ 01
European Media art Festival 97/ 98/ 99/ 01
International Student Filmfestival Potsdam 98
Münchner Filmfest 98
Die 50. Besten", Internationaler Videokunstpreis SWR/ZKM 98
Film- und Videonacht, Kulturdepot Ludwigshafen 2000
Filmfest München 98/2002
Festival Rencontres Internationales Paris/Berlin 2005
FEMLINK Paris 2006
40jahrevideokunst.de, Projektraum Deutscher Künstlerbund, Berlin 2006

Werkbeschreibung- Stoll & Wachall

Dream stereo

Der Zweifel an den Sinnen war bekanntlich für Descartes der Ausgangspunkt für die Erkenntnis, dass der Geist die Kontrolle über den Körper auszuüben hat. Es erscheint undenkbar, dass der kluge Geist an einen "dummen" Körper gebunden sein könnte. In dieser Tradition des christlich-jüdischen Menschenbildes erscheint der Körper in der modernen Welt der Bildmaschinen nur noch als Schnittstelle, als Interface im Mensch-Maschine-System. Um so bedeutender erscheint es, wenn sich Künstler gerade dieser Bildmaschinen bedienen und sich an dem Dilemma abarbeiten, in das die Differenz zwischen denkendem und sprechendem Subjekt und dem fühlenden Körper geführt hat. Es geht um die Frage, wie im künstlerischen Prozess die Doppelsinnigkeit der Wahrnehmung anschaulich gemacht werden kann, eine Doppelsinnigkeit, die darin besteht, dass der Körper Objekt unter Objekten ist und zugleich empfindsamer Leib, der mit den Dingen und anderen Körpern verwoben ist.

Klaudia Stoll und Jacqueline Wachall, Absolventinnen und Meisterschülerinnen der Saarbrücker Hochschule der Bildenden Künste, entfalten in der Verbindung von Performance und Videoinstallation ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen Körperlichkeit und virtueller Darstellung. In die Darstellung eingewoben ist zugleich die Hinterfragung der dabei zu Tage tretenden Wahrnehmungsmuster. Die beiden Künstlerinnen kamen auf unterschiedlichen Wegen zu ihrem gemeinsamen Thema der Erforschung des menschlichen Körpers und seines Anteils am Entstehen emotionaler und rationaler Gewissheiten. Klaudia Stoll hat bei Ulrike Rosenbach Neue künstlerische Medien studiert, Jacqueline Wachall Malerei bei Bodo Baumgarten und - ebenfalls bei Ulrike Rosenbach - Performance. In der Verbindung dieser Ausbildungsgänge haben Stoll und Wachall die geeignete künstlerische Ausdrucksform für ihre bühnenartig inszenierten Körper-, Bild- und Klangwelten entwickelt, die skulpturale und malerische Züge aufweisen und zugleich eine Affinität zum Theater haben.

Mit der Ausstellung "dream stereo" wird in der Reihe Statement erstmals die Arbeit eines Künstlerpaares vorgestellt, das sich selbst schlicht als "Duo" bezeichnet. Sie ziehen damit die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass der dialektische Prozess der Wahrnehmung zwischen sehendem Subjekt und objektivem Körper ohne Spiegelung im anderen nicht geleistet werden kann.

Text von Bernd Schulz, Stadtgalerie Saarbrücken

Abbildungen - Stoll & Wachall

Werkgruppe “PRIVATE COLLECTION”

"private collection" greift mit neuen medialen Mitteln das traditionelle Genre der Porträtmalerei auf. 10 Monitore sind in einem rechteckigen fensterlosen Raum im Sinne einer Porträtsammlung auf allen Seiten in den Wänden eingelassen. Auf den Monitoren werden durch das Aufgehen schwarzer Blenden Frauenporträts sichtbar, wie Ikonen inszeniert vor weißem Hintergrund, in ihrer Strenge an frühe Renaissance Porträts erinnernd. Die Attribute, die von den Frauen gehalten werden, entstammen unserer Zeit, der "Putz" ist jedoch historisierend. Danach gehen die Blenden wieder zu und mit einem Piepsound erscheinen sich um die eigene Achse drehende Wörter vor schwarzem Hintergrund, welche die vielfältigsten Gefühlszustände eines Menschen beschreiben.

Der Betrachter projiziert durch die Kombination von Wörtern (die sich zu Satzfragmenten verbinden) Emotionen, sowohl auf die Porträtierten, als auch auf sich selbst. Gleichzeitig führt die irritierende Situation "historisches Kostüm und zeitgenössisches Attribut" der Porträts zu einem "Auseinanderfallen" von dargestelltem Individuum und dessen Rolle in der Gesellschaft: durch die unsichere Zuordnung des Porträtierten anhand seiner Attribute ("alt auf neu" oder "neu auf alt"?) durch den Betrachter, sieht dieser sich mit seinen eigenen Attributen konfrontiert. Daraus ergeben sich assoziativ-verkettend weitere Interaktionen, Fragen, Gefühle, Gedanken zwischen Betrachter und Rauminstallation, die durch ständige Permutationen der auf und zu gehenden Porträts und den auftauchenden Schriftfragmenten, sowie den atmosphärischen Klang angeheizt werden.

 

Werkgruppe "Mit allen fünf Fingern der Augen"

Mittels Verknüpfung verschiedener Medien, wie Fotografie, Video und Digitaltechnik, stellen wir Bilder her, die vom menschlichen Körper handeln. Ästhetische Reflextionen am, mit, und über den Körper, als auch von dem Körper als gebundenem Komplex von Erinnerungen, Stimmungen und Gefühlen. Die abgebildeten Arbeiten thematisieren ein Hinterfragen unserer heutigen Wirklichkeit und ihrer Konstruktion, völlig neue Körper können entstehen. Bildwelten, die durch die digitale Manipulation eine Illusion brechen oder verstärken.

Zu sehen sind Bilder von 4 Armen und 4 Händen, die einem einzigen Körper entwach-sen, sie scheinen eine vollständige Einheit zu bilden. Ein duales Wesen, eine neu kreierte Körperlichkeit. Die idealtypische Vorstellung wenn zwei Körpern zu einem werden.

Der schwarz monotone Hintergrund und die porzellan skulptural wirkenden Torsi heben die Bilder aus der Wirklichkeit. Körper und Umgebung grenzen sich vonein-ander ab, eine Isolation der Figur. Die Verbindung von digitalem Video und fotografischem Bild erzeugt eine Gratwanderung zwischen Realität und Virtualität.

Bezogen auf die digitale Umsetzung ist es uns wichtig, nur ein Minimum an Effekten einzusetzen, daher ist der Bildaufbau während des Video- und Fotografiervorgangs sehr wichtig. In dieser Arbeit handelt sich um einen skulptural inszenierten Zeitraum, mit einer Videokamera aufgenommen. Einzeln herausgefilterte Videostills werden anschließend am Computer bearbeitet und manipuliert.

Die mehrteilige Arbeit ist zu betrachten als ein Gesamtbild, unendlich viele Kombina-tionen sind möglich. Aus vielen einzelnen Sequenzen entsteht eine zusammenhängende Serie, die einen Bewegungsablauf erzeugt, frame by frame!


Mit allen fünf Fingern der Augen, 2002
Je 60 x 120 cm
Computerbearbeitete Digitalprints auf Dibond

 

Werkgruppe "Your paradise is not for me"

Die Videoarbeit "Your paradise is not for me" operiert mit betont subjektiven, rätselhaften und assoziativen Aussagen, zu denen Thematik, Motivwahl und suggestive Form- und Farbgebung als auch Bildschnitt, Kameraführung und Sound gleichermaßen beitragen. All dies zielt nicht auf ein rationales Verständnis, sondern verlangen vom Betrachter Einfühlung in die in ihnen vergegenständlichte Stimmung.

Mit gewisser Vorliebe für das Groteske, Schöne, Hässliche, Erotische, Meditative, Agressive, Lustvolle, Überzeichnete.........kreieren wir Videoräume, die als Stimmungsträger und zur Inszenierung einer eigenen Welt dienen. Zusammen suggerieren wir einen geheimen Verbund, der vom Betrachter nur punktuell durchdrungen werden kann.

Klaudia Stoll & Jacqueline Wachall


Your paradise is not for me, 2003
Je 30 x 40 cm
Videostills


Your paradise is not for me, 2003
Je 30 x 40 cm
Videostills

 

Werkgruppe "Delicious Monsters"

Die Fotoserie "DELICIOUS MONSTERS" besteht aus 11 kleinen Platten, auf denen jeweils ein TV-Aussschnitt zu sehen ist und dadurch an kleine Monitore erinnern, dieser Eindruck wird noch verstärkt, da jede Platte 2 cm tief ist und so einen objekthaften Eindruck erwecken. Die Reihe hängt gleich einem fortlaufenden Filmstreifen auf dem der Betrachter eine filmische fortlaufende Handlung zweier weiblicher Figuren verfolgen kann. Die sowohl anziehend wie aggressiv wirkenden Wesen scheinen den Betrachter mit ihren Augen zu beobachten. verfolgen. Der fixierende Blick ist das erzählerische Motiv der beiden Protagonistinnen. Mit streng nach hinten frisierten Haaren und starrer Miene nehmen die Frauen männliche Züge an, ohne ihre Weiblichkeit zu verlieren.


delicious monsters, 2002
mixed media, 12teilig, 11 Fotografien je 11 x 13, Monitor, Videoband