|
||||
|
K4 galerie
|
||||
Stoll & WachallBiografien Werkbeschreibung AbbildungenBiografie - Stoll & Wachall
Klaudia Stoll und Jacqueline Wachall leben und arbeiten in Berlin und Saarbrücken Künstlerduo Stoll & Wachall seit 1997 1993-1999 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar Stipendien und Preise1997 Arbeitsstipendium des 7. Kunstpreises Marl im Folkwangmuseum
Essen Einzelausstellungen2001 “dream stereo”, Stadtgalerie Saarbrücken Ausstellungen und Performances1997 Messeteilnahmen2003 Art Frankfurt, art.fair Köln • 2004 Art Frankfurt (Projektstand) • 2005 Art Frankfurt Tanzprojekte 2005 “Eros - life instinct”, Kollaboration mit der Choreografin Marguerite Donlon, Donlon Dance Company, Saarländisches Staatstheater Video FestivalsBonner Videonale 96 Werkbeschreibung- Stoll & WachallDream stereoDer Zweifel an den Sinnen war bekanntlich für Descartes der Ausgangspunkt für die Erkenntnis, dass der Geist die Kontrolle über den Körper auszuüben hat. Es erscheint undenkbar, dass der kluge Geist an einen "dummen" Körper gebunden sein könnte. In dieser Tradition des christlich-jüdischen Menschenbildes erscheint der Körper in der modernen Welt der Bildmaschinen nur noch als Schnittstelle, als Interface im Mensch-Maschine-System. Um so bedeutender erscheint es, wenn sich Künstler gerade dieser Bildmaschinen bedienen und sich an dem Dilemma abarbeiten, in das die Differenz zwischen denkendem und sprechendem Subjekt und dem fühlenden Körper geführt hat. Es geht um die Frage, wie im künstlerischen Prozess die Doppelsinnigkeit der Wahrnehmung anschaulich gemacht werden kann, eine Doppelsinnigkeit, die darin besteht, dass der Körper Objekt unter Objekten ist und zugleich empfindsamer Leib, der mit den Dingen und anderen Körpern verwoben ist. Klaudia Stoll und Jacqueline Wachall, Absolventinnen und Meisterschülerinnen der Saarbrücker Hochschule der Bildenden Künste, entfalten in der Verbindung von Performance und Videoinstallation ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen Körperlichkeit und virtueller Darstellung. In die Darstellung eingewoben ist zugleich die Hinterfragung der dabei zu Tage tretenden Wahrnehmungsmuster. Die beiden Künstlerinnen kamen auf unterschiedlichen Wegen zu ihrem gemeinsamen Thema der Erforschung des menschlichen Körpers und seines Anteils am Entstehen emotionaler und rationaler Gewissheiten. Klaudia Stoll hat bei Ulrike Rosenbach Neue künstlerische Medien studiert, Jacqueline Wachall Malerei bei Bodo Baumgarten und - ebenfalls bei Ulrike Rosenbach - Performance. In der Verbindung dieser Ausbildungsgänge haben Stoll und Wachall die geeignete künstlerische Ausdrucksform für ihre bühnenartig inszenierten Körper-, Bild- und Klangwelten entwickelt, die skulpturale und malerische Züge aufweisen und zugleich eine Affinität zum Theater haben. Mit der Ausstellung "dream stereo" wird in der Reihe Statement erstmals die Arbeit eines Künstlerpaares vorgestellt, das sich selbst schlicht als "Duo" bezeichnet. Sie ziehen damit die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass der dialektische Prozess der Wahrnehmung zwischen sehendem Subjekt und objektivem Körper ohne Spiegelung im anderen nicht geleistet werden kann. Text von Bernd Schulz, Stadtgalerie Saarbrücken Abbildungen - Stoll & WachallWerkgruppe PRIVATE COLLECTION"private collection" greift mit neuen medialen Mitteln das traditionelle Genre der Porträtmalerei auf. 10 Monitore sind in einem rechteckigen fensterlosen Raum im Sinne einer Porträtsammlung auf allen Seiten in den Wänden eingelassen. Auf den Monitoren werden durch das Aufgehen schwarzer Blenden Frauenporträts sichtbar, wie Ikonen inszeniert vor weißem Hintergrund, in ihrer Strenge an frühe Renaissance Porträts erinnernd. Die Attribute, die von den Frauen gehalten werden, entstammen unserer Zeit, der "Putz" ist jedoch historisierend. Danach gehen die Blenden wieder zu und mit einem Piepsound erscheinen sich um die eigene Achse drehende Wörter vor schwarzem Hintergrund, welche die vielfältigsten Gefühlszustände eines Menschen beschreiben. Der Betrachter projiziert durch die Kombination von Wörtern (die sich zu Satzfragmenten verbinden) Emotionen, sowohl auf die Porträtierten, als auch auf sich selbst. Gleichzeitig führt die irritierende Situation "historisches Kostüm und zeitgenössisches Attribut" der Porträts zu einem "Auseinanderfallen" von dargestelltem Individuum und dessen Rolle in der Gesellschaft: durch die unsichere Zuordnung des Porträtierten anhand seiner Attribute ("alt auf neu" oder "neu auf alt"?) durch den Betrachter, sieht dieser sich mit seinen eigenen Attributen konfrontiert. Daraus ergeben sich assoziativ-verkettend weitere Interaktionen, Fragen, Gefühle, Gedanken zwischen Betrachter und Rauminstallation, die durch ständige Permutationen der auf und zu gehenden Porträts und den auftauchenden Schriftfragmenten, sowie den atmosphärischen Klang angeheizt werden. Werkgruppe "Mit allen fünf Fingern der Augen"Mittels Verknüpfung verschiedener Medien, wie Fotografie, Video und Digitaltechnik, stellen wir Bilder her, die vom menschlichen Körper handeln. Ästhetische Reflextionen am, mit, und über den Körper, als auch von dem Körper als gebundenem Komplex von Erinnerungen, Stimmungen und Gefühlen. Die abgebildeten Arbeiten thematisieren ein Hinterfragen unserer heutigen Wirklichkeit und ihrer Konstruktion, völlig neue Körper können entstehen. Bildwelten, die durch die digitale Manipulation eine Illusion brechen oder verstärken. Zu sehen sind Bilder von 4 Armen und 4 Händen, die einem einzigen Körper entwach-sen, sie scheinen eine vollständige Einheit zu bilden. Ein duales Wesen, eine neu kreierte Körperlichkeit. Die idealtypische Vorstellung wenn zwei Körpern zu einem werden. Der schwarz monotone Hintergrund und die porzellan skulptural wirkenden Torsi heben die Bilder aus der Wirklichkeit. Körper und Umgebung grenzen sich vonein-ander ab, eine Isolation der Figur. Die Verbindung von digitalem Video und fotografischem Bild erzeugt eine Gratwanderung zwischen Realität und Virtualität. Bezogen auf die digitale Umsetzung ist es uns wichtig, nur ein Minimum an Effekten einzusetzen, daher ist der Bildaufbau während des Video- und Fotografiervorgangs sehr wichtig. In dieser Arbeit handelt sich um einen skulptural inszenierten Zeitraum, mit einer Videokamera aufgenommen. Einzeln herausgefilterte Videostills werden anschließend am Computer bearbeitet und manipuliert. Die mehrteilige Arbeit ist zu betrachten als ein Gesamtbild, unendlich
viele Kombina-tionen sind möglich. Aus vielen einzelnen Sequenzen
entsteht eine zusammenhängende Serie, die einen Bewegungsablauf erzeugt,
frame by frame!
Werkgruppe "Your paradise is not for me"Die Videoarbeit "Your paradise is not for me" operiert mit betont subjektiven, rätselhaften und assoziativen Aussagen, zu denen Thematik, Motivwahl und suggestive Form- und Farbgebung als auch Bildschnitt, Kameraführung und Sound gleichermaßen beitragen. All dies zielt nicht auf ein rationales Verständnis, sondern verlangen vom Betrachter Einfühlung in die in ihnen vergegenständlichte Stimmung. Mit gewisser Vorliebe für das Groteske, Schöne, Hässliche, Erotische, Meditative, Agressive, Lustvolle, Überzeichnete.........kreieren wir Videoräume, die als Stimmungsträger und zur Inszenierung einer eigenen Welt dienen. Zusammen suggerieren wir einen geheimen Verbund, der vom Betrachter nur punktuell durchdrungen werden kann. Klaudia Stoll & Jacqueline Wachall
Werkgruppe "Delicious Monsters"Die Fotoserie "DELICIOUS MONSTERS" besteht aus 11 kleinen Platten,
auf denen jeweils ein TV-Aussschnitt zu sehen ist und dadurch an kleine
Monitore erinnern, dieser Eindruck wird noch verstärkt, da jede Platte
2 cm tief ist und so einen objekthaften Eindruck erwecken. Die Reihe hängt
gleich einem fortlaufenden Filmstreifen auf dem der Betrachter eine filmische
fortlaufende Handlung zweier weiblicher Figuren verfolgen kann. Die sowohl
anziehend wie aggressiv wirkenden Wesen scheinen den Betrachter mit ihren
Augen zu beobachten. verfolgen. Der fixierende Blick ist das erzählerische
Motiv der beiden Protagonistinnen. Mit streng nach hinten frisierten Haaren
und starrer Miene nehmen die Frauen männliche Züge an, ohne
ihre Weiblichkeit zu verlieren.
|
||||