Ausstellung 19.10.2002 - 14.11.2002
Schuh-Größen
Werner
Deller
Als mir vor etwa zwei Jahren Isabelle Federkeil ihr
damals noch junges Projekt Schuh-Größen vorstellte, das sie
gemeinsam mit Claudine Ange bearbeitet, hatte ich nur eine vage Vorstellung
zu dem Thema Landminen. Zunächst ist es nur ein Begriff, von dem
wohl jeder eine gewisse Vorstellung hat. Aber welches Leid verbirgt
sich dahinter, wie kann man es quantitativ und qualitativ fassen?
„Etwa 100 Millionen Landminen sind im Boden vergraben, 24.000 Minenopfer
pro Jahr, zumeist Zivilisten, mehrheitlich Frauen und Kinder sind zu beklagen“
heißt es in Veröffentlichungen von verschiedenen Anti-Minen-Kampagnen.
Das heißt, etwa alle 20 Minuten ein Minenopfer.
Die humanitäre Katastrophe ist nicht nur die, daß so viele
Anti-Personenminen am Boden versteckt sind, sondern daß trotz Ottawa-Konvention
weiterhin Minen unter neuen Bezeichnungen zum Einsatz kommen.
Eine Frage, die ich mir stellte: was kann künstlerische Intervention
leisten? Kann man mit Mitteln der Kunst auf solche Mißstände
einwirken – und wie?“ Es ist einen Versuch wert. Eine
andere Frage, die sich mir auch stellte: ist ein (künstlerisches)
Projekt schon deswegen gut und unterstützenswert, wenn es einer guten
Sache dient ? Der Versteigerungserlös der Kunstwerke soll den Minenopfern
zugute kommen. Es ist ein Experiment.
Ich stelle mir vor: in den Schuhkartons sind Schuhe, die Schuhe beherbergen
Füße - und diese Füße gehören zu Menschen.
Ich bin zum Ergebnis gekommen, dieses künstlerische Vorhaben zu unterstützen.
Zumal das Projekt nicht mit der Ausstellung endet. Es schafft Bewußtsein,
es unterstützt Auseinandersetzung und es ist Ausdruck von Hoffnung.
Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg!
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